Windows 10 als Home Server – Teil 3 – Remotedesktop für mehrere virtuelle Maschinen

Die Remotedesktopvebindung zu einem PC herzustellen, ist eigentlich ganz einfach. Auch die Portweiterleitung im Router zum Zugriff sollte kein Problem sein. Aber Was macht man, wenn man mehrere PCs oder virtuelle Maschinen im Netzwerk hat, auf die man zugreifen will? Auch dieses Problem lässt sich lösen.

Zuerst muss man den Remotezugriff an dem PC aktivieren, auf den man zugreifen möchte. Dazu klickt man in der Systemsteuerung auf „System und Sicherheit“, dann auf „System“. Auf der linken Seite findet man den Link zu den „Remoteeinstellungen“. Dort muss man dann im Bereich „Remotedesktop“ die Option „Remoteverbindung mit diesem Computer zulassen“ auswählen. Für den Administrator wird der Zugriff automatisch erlaubt, weitere Benutzer kann man mit „Benutzer auswählen…“ hinzufügen. Es können nur Benutzer auf den PC zugreifen, die auch die Rechte dafür haben.

Um auf den PC zuzugreifen, muss man die IP-Adresse oder den Namen von dem PC eingeben, auf den man zugreifen möchte. Das funktioniert aber erstmal nur im lokalen Netzwerk, denn für den Zugriff über das Internet muss man den Port weiterleiten. Dazu muss man auf den Router zugreifen und dort den Port 3389 weiterleiten, denn dieser Port wird für Remotedesktop benutzt. Da das bei jedem Router anders funktioniert, können wir das hier leider nicht genau erklären. Es sollten sich für jeden Router Anleitungen dafür im Internet befinden, oder man sollte die Bedienungsanleitung vom Router lesen.

Um über das Internet auf einen PC zugreifen zu können, benötigt man die externe IP-Adresse. Dazu ruft man im Netzwerk von dem PC, auf den man zugreifen möchte, eine Internetseite auf, auf der die IP-Adresse angezeigt wird, wie z.B. wieistmeineip.de. Diese IP-Adresse kann sich jederzeit ändern, falls man vom Internetanbieter keine feste IP-Adresse erhält.

Wenn man mehrere PCs oder virtuelle Maschinen im Netzwerk hat, auf die man zugreifen will, dann wird die Portweiterleitung zu einem Problem, denn man kann den Port natürlich nur an einen PC weiterleiten. Um dieses Problem zu lösen, muss man den Port für Remotedesktop ändern, und den neuen Port in der Windows Firewall freigeben. Den Port ändert man, indem man eine Änderung in der Registrierung von Windows vornimmt. Dazu muss man zuerst den Registrierungs-Editor öffnen. Das macht man, indem man in die Windows-Suche im Startmenü „regedit“ eingibt und den Editor startet. Dann öffnet man dort diesen Pfad:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\TerminalServer\WinStations\RDP-Tcp

Wenn man den Pfad geöffnet hat, findet man einige Einträge. Wir müssen den Eintrag „PortNumber“ bearbeiten, denn in diesen Eintrag kommt der neue Port, den wir verwenden. Wenn man den Eintrag bearbeiten möchte, steht dort als „Wert“ zuerst eine Hexadezimale Zahl. Wenn man den Port nicht in Hexadezimal umrechnen möchte, kann man im Bereich „Basis“ den Wert auf „Dezimal“ stellen. Welcher Port verwendet wird ist eigentlich egal, aber der Port sollte unbenutzt sein. Wir haben für unsere erste virtuelle Maschine den Port 3388 verwendet. Der neue Port muss nun im Router auf den PC weitergeleitet werden, außerdem muss man den Port in der Firewall freigeben. Um den Port freizugeben, öffnen wir zuerst die Windows Firewall, indem wir im Startmenü nach „Firewall“ suchen und dort die „Windows-Firewall mit erweiterter Sicherheit“ öffnen. Es öffnet sich die Firewall, in der wir dann im linken Bereich auf „Eingehende Regeln“ und dann im rechten Bereich auf „Neue Regel…“ klicken. Es öffnet sich ein neues Fenster, in dem wir „Port“ auswählen und auf weiter klicken. Jetzt geben wir in dem Feld „Bestimmte lokale Ports“ den neuen Port ein. Normalerweise ist „TCP“ ausgewählt. Es müssen TCP und UDP freigegeben werden, deshalb müssen alle Schritte gleich wiederholt werden, aber dann muss „UDP“ ausgewählt werden. Wenn man auf weiter klickt, muss man „Verbindung zulassen“ auswählen. Ein erneutes Klicken auf weiter führt uns zur Auswahl, in welcher Art von Netzwerk die Verbindung erlaubt werden soll. Weil sich unser PC in einem Privaten Netzwerk befindet und auch dort bleiben soll, wählen wir nur „Privat“ aus. Zum Schluss kann man dann, nachdem man erneut auf weiter geklickt hat, der Regel einen Namen geben. Sinnvoll ist der Name „Remotedesktop TCP“, aber man kann der Regel einen beliebigen Namen geben. Mit „Fertig stellen“ wird der Port freigegeben. Wie schon erwähnt, muss man jetzt alles erneut machen, aber nicht für TCP, sondern für UDP. Weil das eine neue Regel ist, benötigt diesen einen Namen, der sich von unserer gerade erstellten Regel unterscheidet. Wir haben die Regel „Remotedesktop UDP“ genannt.

Jetzt sollte der Zugriff über das Internet kein Problem mehr sein. Um auf einen PC mit geändertem Port zuzugreifen, muss man hinter der IP-Adresse einen Doppelpunkt machen und dann den Port angeben. Das sieht dann so aus: xxx.xxx.xxx.xxx:3388

 

 

 

Hier geht es weiter:

Teil 4 – Leistung von Hyper-V und RemoteFX

 

 

Außerdem gibt es hier auch alle anderen Teile:

Teil 1 – Einleitung

Teil 2 – Hyper-V und virtuelle Maschine einrichten

Teil 3 – Remotedesktop für mehrere virtuelle Maschinen

Teil 4 – Leistung von Hyper-V und RemoteFX

Teil 5 – Sicherheit von Windows 10 verbessern

Teil 6 – Speicherpool einrichten

Teil 7 – Benutzer und Zugriffsrechte verwalten

Teil 8 – FTP-Server einrichten

Teil 9 – FTP-Server benutzen

Teil 10 – Energie sparen

Teil 11 – Das Ergebnis

 

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